Traufhöhe
Die Traufhöhe beschreibt den vertikalen Abstand zwischen dem Bodenniveau und dem Traufpunkt eines Gebäudes. Sie ist ein zentraler Wert im Bebauungsplan und beeinflusst die Planung von Anbauten wie Wintergärten, Terrassenüberdachungen und Carports maßgeblich.
Wissenswertes zur Traufhöhe
- Die Traufhöhe gibt den senkrechten Abstand zwischen einem festgelegten Bezugspunkt am Boden und dem Traufpunkt an, also dem Schnittpunkt von Außenwand und Dachhaut.
- Sie wird in der Regel im Bebauungsplan festgelegt und kann je nach Gemeinde als fester Wert oder als Spielraum zwischen Mindest- und Maximalhöhe angegeben sein.
- Im Hausbau ist die Traufhöhe eines Hauses ein entscheidender Parameter, weil sie das äußere Erscheinungsbild und die zulässige Massigkeit eines Gebäudes bestimmt.
- Die Einhaltung der maximal zulässigen Traufhöhe ist häufig Voraussetzung für die Erteilung einer Baugenehmigung, auch bei Anbauten wie Wintergärten oder Terrassenüberdachungen aus Aluminium.
- Entscheidende Faktoren sind die Dachneigung, die Geschossigkeit und die lokalen Bauvorschriften im jeweiligen Bebauungsplan.
Traufpunkt, Traufe und Dachtraufe richtig unterscheiden
- Der Traufpunkt ist der rechnerische Schnittpunkt, an dem die Außenwand auf die Dachhaut trifft. Er dient als oberer Messpunkt für die Traufhöhe.
- Die Traufe bezeichnet die Tropfkante des Daches, an der das Niederschlagswasser abläuft. Sie liegt durch den Dachüberstand weiter außen als der Traufpunkt selbst.
- Die Dachtraufe beschreibt die vordere Kante des Dachüberstands und ist nicht mit dem Traufpunkt identisch. Der Unterschied ist bei der Berechnung der Traufhöhe beim Bauantrag wichtig.
- Eine optische Verschiebung der Traufhöhe kann durch Traufkästen oder breite Dachrinnen entstehen, ohne dass sich der rechnerische Wert ändert.
- Für Bauherren und Architekten ist die korrekte Unterscheidung dieser Begriffe wichtig, da sie in Bebauungsplänen und Bauanträgen exakt verwendet werden müssen.
First, Firsthöhe und Dachneigung im Zusammenspiel
- Der Dachfirst ist die obere Kante einer Dachkonstruktion beziehungsweise die Schnittkante zweier aufeinandertreffender Dachflächen. Giebel- und Walmdächer haben einen First im klassischen Sinne, Flachdächer dagegen nicht.
- Die Firsthöhe ist der Abstand zwischen dem Boden und dem First. Sie wird häufig in Bebauungsplänen als Maximalwert festgelegt.
- Trauf- und Firsthöhe sind zwei wichtige Maße im Hausbau: Gemeinsam bestimmen sie die Gesamtsilhouette des Gebäudes und den nutzbaren Raum im Dachgeschoss.
- Die Dachneigung hat einen direkten Einfluss auf die Lage des Traufpunkts. Je steiler das Dach, desto tiefer liegt die Traufe bei gleicher Firsthöhe. Ein flacheres Dach erlaubt bei gleicher Firsthöhe eine höhere Traufe.
- Bei der Berechnung der absoluten Gebäudehöhe wird die Firsthöhe mit eingerechnet. Das gemittelte Maß zwischen der Geländeoberfläche und der Fußbodenoberkante kann je nach Bauordnung als Bezugspunkt dienen.
So wird die Traufhöhe berechnet
- Die Berechnung der Traufhöhe beginnt immer an einem festgelegten Bezugspunkt. Dieser kann die Oberkante der öffentlichen Straße, das gewachsene Gelände oder die fertige Fußbodenoberkante sein.
- Vom Bezugspunkt wird senkrecht nach oben bis zum Traufpunkt gemessen, also bis zum Schnittpunkt von Außenwand und Dachhaut. Die Traufhöhe ist immer ein vertikaler Wert und wird nicht entlang der Dachfläche gemessen.
- Beim Satteldach mit einer angenommenen Traufhöhe von 6,50 m und einer Dachneigung von 38° ergibt sich die Firsthöhe aus der Traufhöhe zuzüglich der halben Gebäudebreite multipliziert mit dem Tangens der Dachneigung. Die Traufhöhe kann auch zeichnerisch ermittelt werden, indem Bezugspunkt und Traufpunkt in der Bauzeichnung verbunden werden.
- Beim Flachdach entspricht die Traufhöhe in der Regel der Wandhöhe, da kein klassischer First im klassischen Sinne vorhanden ist. Abhängig von der Dachneigung des Flachdachs (meist 2° bis 5°) ergibt sich nur ein minimaler Höhenunterschied zwischen den Dachkanten.
- Ein vorhandener Dachüberstand verändert die Position der Tropfkante, nicht aber die rechnerische Traufhöhe. Der Dachsparren ragt zwar über die Außenwand hinaus, der Traufpunkt bleibt jedoch am Schnittpunkt von Außenwand und Dachhaut bestehen.
Baurecht, Bebauungsplan und das Traufrecht
- Ein Blick in den Bebauungsplan zeigt, welche Traufhöhe auf dem eigenen Grundstück zulässig ist. Typische Eintragungen umfassen Maximalwerte für Traufhöhe, Firsthöhe und Dachneigung sowie Vorgaben zur Bauweise.
- Das Traufrecht, auch als Dachtraufrecht bekannt, beinhaltet Vorgaben zur Ableitung des Regenwassers. Es legt fest, ob und unter welchen Bedingungen Wasser außerhalb des eigenen Grundstücks abtropfen darf, damit Nachbargrundstücke nicht beeinträchtigt werden
- Häuser mit dem Giebel parallel zur angrenzenden Straße unterliegen oft besonderen Vorschriften. In manchen Gemeinden gelten spezielle Vorschriften für Gebäude, die parallel zur Straße stehen.
- Bei der Planung von Wintergärten, Terrassenüberdachungen oder Carports aus Aluminium muss die bestehende Traufhöhe des Hauptgebäudes berücksichtigt werden. Ein erfahrener Architekt stimmt die Anbauhöhe auf die zulässigen Werte im Bebauungsplan ab.
- Die Missachtung des Traufrechts oder eine Überschreitung der maximal zulässigen Traufhöhe kann zur Ablehnung eines Bauantrags führen. Bauherren sollten vor der Einreichung das zuständige Bauamt konsultieren und alle Messpunkte in der Bauzeichnung dokumentieren.
Zusammenfassung
- Die Traufhöhe ist der vertikale Abstand zwischen dem Bodenniveau und dem Traufpunkt, gemessen vom im Bebauungsplan festgelegten Bezugspunkt.
- Traufpunkt, Traufe und Dachtraufe sind unterschiedliche Begriffe, die bei Bauanträgen exakt verwendet werden müssen.
- Firsthöhe und Dachneigung beeinflussen die Lage des Traufpunkts direkt und damit die zulässige Gebäudehöhe.
- Das Traufrecht regelt die Ableitung von Regenwasser auf dem eigenen Grundstück und schützt Nachbargrundstücke.
- Bei Anbauten wie Wintergärten oder Terrassenüberdachungen ist die frühzeitige Abstimmung mit dem Architekten und dem Bauamt empfehlenswert, um die Traufhöhe korrekt einzuhalten.




